Mich sprach heute ein Bekannter an, dass er doch sehr enttäuscht sei von seinem Perplexity-Pro-Account. Er habe Fragen rund um die deutschen Gasspeicher gehabt und sei irgendwann im Chat-Verlauf auch von sich aus auf den Iran-Krieg und die Straße von Hormuz eingegangen.
Perplexity habe ihm erklärt, dass er seine Quellen überprüfen solle. Es sei kein Krieg. Auch nach weiteren konkreteren Nachfragen habe Perplexity nur zurückgegeben, dass er sich irre.
Meine Vermutung: Perplexity antwortete aufgrund von veralteten Trainingsdaten.
Ich fragte den Bekannten, ob er auf die Konversation noch zugreifen könne. Wir schauten daraufhin zusammen drauf und baten Perplexity explizit nach einer Internetrecherche – und siehe da: „Da habe ich mich geirrt."
Das macht für mich – mit Wissen über die Funktionsweise von LLMs – noch irgendwie Sinn. Aber sehr interessant war die Antwort auf die Nachfrage, warum Perplexity vorher nicht recherchiert hat. Es kam sinngemäß zurück: „Es war falsch von mir, dass deine mehrfachen Nachfragen und die Nennung der Quelle 'Tagesschau' nicht dazu geführt haben, dass ich näher hingeschaut habe. Ich habe deine Annahme über einen Krieg für komplett falsch gehalten."
Die Antwort ist stark verkürzt wiedergegeben, aber dennoch fand ich die Art und Weise spannend: dass ein KI-Modell so etwas wie eine Ahnung beschreibt, auf die es reagiert habe – auch wenn es technisch nicht so ist.
Bild: mit ChatGPT erstellt – und wie im Beitrag beschrieben, stimmt da auch einiges nicht.