Vorgestern sprach ich mit einem Produktionsleiter, der sagte: „Ich glaube, mein Team und ich brauchen Begleitung dabei, dass mal alles ausgesprochen wird, was gerade so in den Köpfen los ist."
Ein interessantes Gespräch – und letztlich hat ihm allein dieses schon etwas gebracht. Er hat reflektiert, was sich gerade komisch anfühlt und wo er in eine aktive, gestaltende Rolle gehen möchte.
Ein spannender Aspekt: Wir besprachen, inwieweit es sinnig ist, nun einzeln mit den Kollegen ins Gespräch zu gehen. Meine Meinung dazu ist, dass – wenn möglich – das Stille-Post-Spiel verhindert werden sollte. Gleichzeitig muss die Führungskraft Vertraulichkeit wahren und kann nicht in einem Einzelgespräch etwas aus einem anderen Gespräch erzählen oder gar eine Position der Kollegen vertreten. Daher sollten lieber alle sofort an einen Tisch.
Zudem: Gerade in dem Umfeld geht es häufig um vermeintliche „Fakten", Gespräche werden angeblich nur auf sachlicher Ebene geführt. Wir diskutierten, wie viele Konflikte eigentlich auf der emotionalen (Beziehungs-)Ebene liegen.
Im Rahmen meiner Ausbildung durfte ich mich auch mit der Mediation auseinandersetzen. Bei meinen Hospitationen habe ich mich unter anderem mit Christian Freitag und Ricardo Wiedenbrüg dazu ausgetauscht. Ich bin überzeugt, dass die Methodik und die dahinterliegenden Prinzipien enorm wichtig sind, um kriselnde Teams zu begleiten.