Ich habe gestern von Ricardo Wiedenbrüg einen Artikel von Otto Scharmer weitergeleitet bekommen: „Leadership's Blind Spot in the Age of AI", erschienen in der MIT Sloan Management Review. Absolute Leseempfehlung.
„The standard fear about AI runs one way: Machines are becoming more like humans. The real danger, though, may run in the opposite direction. We are becoming more like machines — not physically, but epistemically: We see thinking as computation, learning as data processing, creativity as recombination, decision-making as optimization, and the human self as algorithm."
Scharmers These: Der eigentliche blinde Fleck von Führung im KI-Zeitalter ist nicht die Technologie selbst, sondern die Annahme, dass KI die einzige Form von Intelligenz sei, in die es sich zu investieren lohnt. Er nennt das „intelligence monoculture" – und wie jede Monokultur sei auch diese langfristig nicht überlebensfähig.
Scharmer unterscheidet dabei drei Ebenen:
- Künstliche Intelligenz – schnelle, rückwärtsgewandte Mustererkennung.
- Organische Intelligenz – die Fähigkeit, in lebendigen Systemen und Beziehungen zu fühlen und zu verbinden.
- Eine dritte, tiefere Quelle kollektiver Kreativität und Absicht.
Seine Warnung: Ohne eine Gegenbewegung zieht alles in Richtung KI, und Organisationen werden zu reinen Automatisierungsmaschinen statt zu lernenden, anpassungsfähigen Ökosystemen.
Seine Lösung: Neben dem technologischen KI-Stack braucht es eine „Deep-Sensing"-Führungsinfrastruktur, die kollektive Fähigkeiten zum gemeinsamen Wahrnehmen und Gestalten kultiviert. Was in der KI-Ära wirklich unersetzlich ist, sind nicht Algorithmen – die werden zur Ware – sondern die Fähigkeit, Organisationen zu bauen, in denen sich technologische und menschliche Feld-Intelligenz gemeinsam weiterentwickeln.
❓ Wie baut ihr in eurer Organisation neben dem KI-Stack auch an der menschlichen Seite – am gemeinsamen Wahrnehmen und Gestalten?
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